Romanshorn
   
Diverse Leserbriefe

IG Hafen: Empfehlung an die Wähler zum Landverkauf am Hafen

Argumente für ein klares Nein zum Landverkauf:
• Nach dem Verkauf wäre das Grundstück im Privateigentum  und dann kein direktes
Handeln der Stadt mehr möglich!
• Was bisher von Hess Investment AG gezeigt wurde, missachtet jegliche gesetzlichen,
baulichen Vorschriften.
• Die Ja-Stimmenden wissen nicht, was die
Folgen sein werden! Die Hafenzone lässt
auf dieser Parzelle 2 Geschosse und ein Volumen
von rund 8000 m³ zu.
• Ein Hotel mit 100 Zimmern, Saal und Restaurant
beansprucht ein Volumen oberirdisch
von mindestens 20’000 m³. Das ist
2- bis 3-mal mehr, als die aktuelle Zone zulässt!
Sämtliche Häuser am Hafen werden
sich daneben wie «Truckli» ausnehmen,
egal aus welcher Perspektive. Wie soll das
ins Ortsbild passen?
• Was mit dem Restareal passiert, ist nicht
bekannt. Nach wie vor fehlt ein klares
Konzept. Will man zu etwas nicht Abschätzbarem
wirklich einfach so Ja sagen?
• Der Kaufpreis für dieses Grundstück an
bester Lage, auch hinsichtlich knapper
werdenden Bodens, ist viel zu tief.
• Die Hafengestaltung wird damit nur auf
den Hotelbau fokussiert. Das Ufer muss
aber ohne Einschränkungen öffentlich
zugänglich bleiben.
Fazit: nur ein Nein zum Landverkauf kann
zu einer für die Öffentlichkeit positiven Entwicklung
des Hafenareals führen.
IG Hafen, Vorstand

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Hafengrundstück: Soll die Gemeinde verpflichtet werden,
Altlasten zu beseitigen?

Der mittlerweile publizierte Verkaufsvertrag zwischen der Gemeinde Romanshorn und der Hess
Immobilien AG enthält in Ziffer 4 folgende Klausel: «Sollten Altlasten im Sinne der Altlastenverordnung auftauchen, so verpflichtet sich die Veräussernde
Partei bzw. SBB AG zur Übernahme sämtlicher zusätzlicher Entsorgungs- und Sanierungskosten.
» Ebenfalls ersichtlich ist, dass das Grundstück am 28.9.2011 in den Kataster der belasteten
Standorte aufgenommen wurde. Und ein Bericht über eine technische Untersuchung vom
27.2.2014 (Ölunfall Liegeplatz 5) führte zu einem Eintrag sowohl ins kantonale Register der belasteten Standorte als auch ins entsprechende Register
der SBB AG bzw. des BAV. Was das bedeutet, ist unklar. Wer wird zahlen,
wenn es zur Altlastensanierung kommt, Romanshorn oder die SBB AG? – Altlastenbeseitigung ist
äusserst kostspielig. Die Sanierung des ursprünglichen Güterschuppenareals könnte wesentlich
mehr kosten, als der Gemeinde durch den Landverkauf unter dem Strich übrig bleiben wird. Sollte
uns der Stadtrat in diese Falle laufen lassen wollen, wäre das äusserst verwerflich. Auf jeden Fall
hat er es versäumt, die Stimmbürger darüber zuinformieren, was im Hinblick auf Altlastensanierung auf sie zukommt. Würden Altlasten auf dem
Hafenareal für die Gemeinde grössere Kosten verursachen, gäbe es nur eine Lösung: das Areal nicht überbauen. Ein weiterer, geradezu zwingender Grund, am 24.September den Verkauf des Areals abzulehnen.       Eckehart Menzer, Romanshorn

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Liebe Wähler von Romanshorn
Als gebürtiger Romanshorner sage ich: Lasst euch
nicht den Honig ums Maul schmieren, denn ein
Hotel zu bauen ist nicht schwer, wenn man den nötigen
Klotz hat, aber so eine Aussicht zu verbauen
sehr. So sah es vor fast 100 Jahren bei uns aus:
ruhig, sauber und beschaulich.
Und nun, man will den Tagestourist nach Romanshorn
holen, diese bringen nichts, ausser dass sie
evtl. die berühmte Hafenrundfahrt machen und
dann im Hafenbezirk pauschal essen und schlafen,
danach schnell noch Breakfast und Tschüss …
So schnell wie sie kommen, so schnell sie gehen,
diese Carreisenden. Darum, es weiss ein jeder wie
es war, aber keiner sah in die Zukunft. Weder ich,
noch ihr und schon gar nicht, die es meinen zu wissen.
Gruss: Sandro Pacchioni

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Ist das wirklich nötig?
Wieder ein Stück Seeufer verbauen mit viel Beton.
Arbeitsplätze schaffen, wo es wieder ausschliesslich
Arbeitskräfte aus dem Ausland braucht. Wieder
viel Geld investieren in eine Gastronomie, wo
rote Zahlen vorprogrammiert sind. – Ist das wirklich
nötig? Ich habe Nein gestimmt.
H.P. Brunner

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Nein zum geplanten Hafenhotel
Als Anwohner bereitet uns der Ausblick zum Wasser
immer wieder Freude: seien es die schönen
Morgen- und Abendstimmungen, seien es die
Schiffe, die kommen und gehen. Natürlich sind wir
privilegiert. Mit dem Hafenhotel vor der Nase ginge
für uns ein Stück Lebensqualität verloren.
Wozu brauchen wir carweise anfahrende Hoteltouristen
in Romanshorn? Sind dafür schon vorsorglich
die Carparkplätze hinter dem Restaurant
Schäfli gebaut worden? Wo können die Tagestouristen
ihr Auto parkieren, wenn das Hotel diesen
Platz beansprucht? Etwa in der teuren Tiefgarage?
Da werden sich diese Leute billigere Ziele am See
aussuchen, was der bestehenden Gastronomie bestimmt
schaden wird.
Wozu den Kongress- und Gemeindesaal in einem
Wohnquartier? Wäre der nicht idealerweise im
umgebauten Kornhaus möglich gewesen? Warum
investiert der so selbstlose Herr Hess nicht in bestehende
Hotels (Inseli/Schlosshotel)? Weshalb
soll ein neu erstelltes Hotel besser rentieren?
Wir werden das mulmige Gefühl nicht los, dass da
jemand ein Imperium rund um das Hafenbecken
aufbauen will. Überlassen wir das linke Hafenbecken
den Geniessern, den Chillern, den Picknickern,
den Marktfahrern, den Zirkusartisten, den
Musikmachern, den Nationenfestlern, den Kaffeetrinkern
und Glaceessern etc. Dafür braucht es
diese Parkplätze und nicht zuletzt: Der nicht zubetonierte
Naturboden wird dazu beitragen, dass das
Regenwasser jederzeit abfliessen kann.
Albin und Anita Niederer, Hafenstrasse 13a
Reto und Yvonne Romanin, Hafenstrasse 13

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Nichts gelernt …?
... von der Pleite des Hotels Bodan. Alles vergessen,
oder vertuscht, von denjenigen, die dabei waren.
Die nicht dabei waren, wissen – oder glauben
– es nicht, und sollten im Eigeninteresse der Sache
wirklich den nötigen Respekt zollen. Das Hotel Bodan
hat sich über mehr als 30 Jahre lang – seit dem
Ende der Ära «E. A. Züllig» zum Problem für Romanshorn
entwickelt. Am Ende war Pleite und die
Gemeinde musste die Suppe auslöffeln. Schliesslich
kam der Bodan als ehemaliges Zentrum von
Romanshorn in die Spekulation. Neuerdings ist
uns nun ja auch noch das «Spekulations-Ergebnis
» bekannt. Ein unpersönlicher, unfreundlicher
Betonklotz, der bei der Bevölkerung bekanntlich
auf wenig Begeisterung stösst. Aus gutem Grund
hängt deshalb über dem geplanten Hotelneubau
am Hafen die folgende mögliche Vision:
Im besten Fall: Entsteht – am Anfang ein Kongresszentrum
in Form eines Upper-Class-Hotels.
Sauber eingezäunt bis zum See, anonym und abgeschirmt
so, wie man das heute – vor allem wenn
es ein Kongresszentrum ist – ja machen muss. Die
Bevölkerung – inklusive der heutigen Befürworter
– wird mit der restlichen Allgemeinheit vom Ort
verbannt sein und wird dort nichts zu suchen und
zu sagen haben.
Im schlimmeren Fall: Auch die Ära Hess dauert
nicht ewig; vielleicht noch 10–20 Jahre. Und
nachher? Ein Hotel in Romanshorn hat erwiesenermassen
einen schwierigen Stand. Der Bodan hat
das deutlich gezeigt. Wenn es dann wieder bergab
geht und sich ein neues Fiasko anbahnt, ist am Ende
die Gemeinde – also wir – nochmals die Dumme.
Dann wird die Gemeinde Romanshorn erneut
in die Rolle des zahlenden «Böllimaa» schlüpfen,
wenn sie dieses Areal nicht auch noch definitiv aus
den Händen an die Spekulation verlieren will.
Behalten wir besser diesen kostbaren Streifen
Land am Hafen als Freiraum für die Bevölkerung,
als ihn zu verspekulieren. Deshalb am 24. September
– Nein – zum Landverkauf am Hafen!
Peter Walder, Romanshorn

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Landverkauf NEIN – Vergeben ist vergeben, weg ist weg
Angesichts eines vermeintlichen Schnäppchens
sollte man nicht blauäugig sein!
Folgende Fakten sind aus professioneller Sicht zur
Entscheidungsfindung zu berücksichtigen.
Der Investor will das Monopol am Hafen von Romanshorn.
Das ist Ziel des Landerwerbes. Der
einzige Investor besitzt bereits bei der SBS-Werft
sowie beim Hafenglöggli Land. Hier kann jedermann
einem Hotelbau freudig zustimmen. Zum
Kauf angeboten, an ebenbürtig guter Lage, ist das
Hotel Inseli und könnte übernommen werden.
Wechselt das Grundstück der Stadt den Besitzer,
muss, bevor ein Projekt auf dem Tisch noch ein
Spatenstich erfolgt ist, ein Hotelbetreiber gefunden
sein. Dieser hat seine eigenen Vorstellungen.
Das Land aber besitzt der Investor. Dass die Hotel-
und Restaurationsbranche Mühe hat zu überleben,
ist schweizweit bekannt. Ob der Betreiber
ein Hotel mit einem Saal für 500 Leute einbauen
will, steht in den Sternen. Möglich ist alles, vom
Garni-, zum Geschäfts-, Luxus-Hotel etc.
Was eine Unterniveau-Garage im Bau für die nötigen
Kapazitäten von 100 und mehr Betten zusätzlich
kostet, wird wohl kaum vom «Investor»
bezahlt. Zur Erinnerung: Auch die Hafenplattform
hat den Steuerzahler Fr. 600’000.– gekostet.
Auch das war kein Schnäppchen; der Gönner weit
weniger splendid als vorgegeben.
Zum Gestaltungsplan hat in der Folge der Bürger
nur eingeschränkten Einfluss.
Ist etwas verkauft, ist es verkauft! Besitztum wird
kaum hergegeben. Da werden die am Ruder sitzenden
Macher Ränke und Wege finden, die BürgerInnen
zu täuschen, um an ihr Ziel zu gelangen.
Wehret den Anfängen, bitte, ein Landverkauf kann
nicht ungeschehen gemacht werden.
Was nicht Absehbares bei einem Rückkauf des
Grundstückes anfallen wird, kostet so oder so
und belastet jedes Budget. Der Entscheid für die
Zukunft und für kommende Generationen heisst:
Nein, Nein und nochmals Nein.
Reiner Villinger, Romanshorn

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Pläne wider alle Bauvorschriften

(Abstimmung 24.09.2017)

Im Oktober 2011 haben die Romanshorner gegen Behörden und gegen alle Parteien fünf vierstöckige Wohnblöcke verhindert. Sie hätten dort stehen sollen, wo jetzt die Hafenpromenade der beliebteste Treffpunkt der Region geworden ist. Die Stimmbürger lehnten auch den Gemeindesaal wuchtig ab, der dort gebaut werden sollte, wo H. Hess jetzt „sein“ Hotel bauen will. Im Juni 2014 haben die SBB nach langem Zögern das gesamte Areal an die Stadt verkauft zu einem Sonderpreis, weil in der neuen Hafenzone nach dem Reglement nur noch in beschränktem Mass niedrige Bauten zur öffentlichen Nutzung zugelassen sind, aber keine Rendite-Objekte. H. Hess hatte damals schon von den SBB das Areal für ein Hotel kaufen wollen, es aber nicht bekommen. Das geplante Hotel würde alle Bauvorschriften der Hafenzone sprengen. Die Stadt will das Gelände trotzdem zu einem Freundschaftspreis abgeben, Vorschriften hin oder her. Wenn jetzt die bekannten Pläne des Hotels bestritten werden, fragt man sich, was soll denn nun Reglements gerecht gebaut werden? Über was stimmen wir denn ab?  Mit dem Verkauf gibt die Stadt das Heft des Handelns für die nächsten zehn Jahre aus der Hand. Wer es behalten will, sollte NEIN stimmen.

Heinrich Löffler, Romanshorn

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Romanshorn im Häppchen- und Schnäppchenfieber Der Happen Landverkauf ist zweitrangig, diskutiert und goutiert wird ein mächtig dominierender Hotelbau. 

Der Märchenkönig und seine Untertanen versuchen mit allen Mitteln ein Ja zu provozieren. Gratis ein Hotel mit grossem Saal geschenkt zu bekommen, das gibt’s nicht alle Tage. Wahrlich ein Schnäppchen! Einziger Knackpunkt: Die Stadt soll kürzlich erworbenes Land an bester Lage am Hafen verbilligt verkaufen. Ein Wunsch erfüllt, kriegt augenblicklich Junge, wie der Gönner im Brustton seiner Überzeugung selber präsentiert: Schifffahrt, Anlagestelle, Renovation des Transitpostgebäudes, Restaurant Hafen, Plattform. Chapeau, als Investor gut geplant und erstellt! Spielplatz ade? Ein Hotel muss jetzt her. Einmal gebaut, sollte auch das Rundum-Restareal schön gestaltet werden. Somit könnte nachhaltig vorausschauend das ganze Hafenareal direkt am Wasser einst in privatem Besitz sein. Persönlicher Besitz wird so gestaltet, wie‘s gefällt. Das Patchwork der Bauten rechtsseitig zum Museum am Hafen ist der unschöne Beweis. Was sich in Häppchen anbahnt, ergibt das grosse Ganze. Wer Geld investiert, setzt die Spielregeln. Diese werden uns als das Schnäppchen des Jahrhunderts vermittelt. Aber: Wer A sagt, muss in Folge der Sachzwänge auch B sagen. Das kann kosten. Deshalb: Liebe Abstimmende, bleibt klug, sachlich bestimmt. Das Wort an der Urne heisst NEIN. 

Edith Villinger, Romanshorn                         28.8.2017 =TZ /7. 9.2017 OBNA

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Was verliert Romanshorn? Endgültig sein schönstes Hab und Gut. Laut Stadtrat kann Romanshorn aus finanziellen Gründen kein eigenes Hotel-Projekt verwirklichen. Der Kaufvertrag sieht aber vor, sollte das geplante Hotel nicht zum Erfolg werden, könnte die Stadt Romanshorn das Land mit dem Hotel zurückkaufen! Wie soll sie dann die Finanzen aufbringen, wenn sie diese heute nicht aufbringen kann? Gem. Herr Hess muss er für das Hotel erst noch einen Betreiber finden, und dieser stellt daraufhin seine Bau-Ansprüche. Das gesamte Hafengrundstück muss im Besitze der Stadt Romanshorn zur Benützung der Bürger und Touristen bleiben. Von der Stadt sollte ein Wettbewerb für ein überschaubares Projekt in Auftrag gegeben werden, wo Events stattfinden können, wie z.B. das Nationenfest, da war die ganze Umgebung auf den Beinen. Nein

Esther Bosshardt, Holzenstein Romanshorn

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Blauäugig? Nein – wach bleiben und mitdenken ist angesagt!

Das Publizierte lässt die Hirnzellen kreisen. Ein suggestiverer Pro-Land-an-Investor-Verkauf-Artikel ist schwerlich zu verfassen. Dazu folgende Überlegungen: 

Langsam verkommt das Thema zum Verdacht. Wurde das Land durch die Stadt hinsichtlich einem vorbesprochenen Verkauf in abgeschätzt zwei Jahren von der SBB erworben? Dieser Gedanke käme nicht so schnell auf, würden 10 Jahre zwischen Kauf und angedachtem Verkauf liegen. Verabredetes Spiel auf Risiko?

Weshalb wird auf diesem Areal kein Gemeindehaus gebaut? Schmucker Bau als Wahrzeichen von Romanshorn? Dann hätten die Nein-Sager der Postgebäude-Abstimmung endlich das Eigene, das der Stadt gehört. Kürzere Bauzeit allemal möglich. 

Ja, ein Hotel-Neubau bedeutet Aufwertung für Romanshorn und animierende Konkurrenz für Hotel Schloss und Hotel Inseli. Das begrüsst eine Mehrheit bestimmt. Doch nicht an der Hafenpromenade in diesem Eck! Es soll eine attraktive Promenade bleiben. Nicht nur für BürgerInnen, auch für TouristInnen.

Deshalb ist die CVP-Präsidentin mit ihrer Meinung nie und nimmer alleine: Kein Verkauf des Landes an diesem Standort. Punkt.

Beachtenswert, wie im Artikel das ‚Filetstück Hotel‘ plötzlich zum ‚Filetstück Promenade‘ mutiert, das Kurvenstück im ehemaligen Güterschuppenareal weniger attraktiv ist, Folge dessen zu einem Vorzugspreis verkauft werden kann. Der erwähnte Quadratmeterpreis wird als ‚in Ordnung‘ bezeichnet, gar ‚vertretbar‘. Man bedenke: Der bestmögliche Preis ist das kaum hinsichtlich Immobilienmarkt, Minuszinsen und niedrigem Hypothekenzins. 

Nachhaltig gedacht: BITTE kein ‚Rorschach/Hotel Anker‘, kein ‚Arbon/Hotel Metropol‘ in Romanshorn. Wach bleiben und Mitdenken ist angesagt. 

Edith Villinger, Romanshorn

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Hafenhotel: Die Katze im Sack kaufen?

Nach fast zweijährigen Verhandlungen präsentierten

Stadtpräsident Bon und Investor Herr Hess

am 21.8.17 den Stimmbürger(inne)n ihr Resultat

zum Verkauf eines Teilstücks Hafenpromenade für

den Bau eines Hotels. Beide wiesen mehrmals auf

das sehr komplexe Vorgehen und die grossen Risiken

dieses Vorhabens hin. In der Botschaft des

Stadtrates wird an einigen Stellen aus dem Kaufvertrag

zitiert. Dennoch blieben Fragen offen; z.B.

ob das Hotel zwingend ein öffentliches Restaurant

haben werde? Damit sich die Stimmbürger/innen

ein klares Bild machen können, ist es unabdingbar,

den gesamten Kaufvertrag einzusehen. Ist es

rechtlich überhaupt haltbar, dass dieser bei einem

solch komplexen Geschäft der Bürgerschaft nicht

zugänglich gemacht wird? Ich fordere den Stadtrat

auf, den Kaufvertrag umgehend vor der Abstimmung

der Bürgerschaft zur Verfügung zu stellen.

Herr Hess forderte die Versammlungsteilnehmer

mehrmals und fast schon penetrant auf, schon

jetzt und nicht erst bei einem Referendum für den

Gestaltungsplan Nein zu stimmen. Damit würde er

von viel Arbeit und Risiko verschont. Machen wir

Herrn Hess doch den Gefallen und stimmen am

24.9.2017 Nein.             Arthur Engler, Romanshorn

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Hotel am Hafen? Im Oktober 2011 haben die Romanshorner Stimmbürger gegen die Gemeindebehörden und gegen alle Parteien fünf vierstöckige Wohnblöcke verhindert. Sie hätten dort stehen sollen, wo sich jetzt die Hafenpromenade befindet als ein beliebter Treffpunkt der ganzen Region. Im Mai 2011 hatten die Stimmbürger auch den Gemeindesaal wuchtig abgelehnt, der im Hafenwinkel bei der Barriere gebaut werden sollte. Im Juni 2014 haben die SBB nach langem Zögern das gesamte Güterschuppenareal an die Stadt verkauft zu einem Sonderpreis, weil in der neuen Hafenzone nur noch niedrige Bauten zur öffentlichen Nutzung zugelassen sind, aber keine Rendite-Objekte. H. Hess hatte damals schon einen Teil des Areals für ein Hotel kaufen wollen. Die SBB haben das abgelehnt. Die Stadt will jetzt den alten Wunsch doch erfüllen und das Areal zu einem Schnäppchenspreis abgeben, und versichert dem Käufer de facto, dass sie sich nicht an die Bauvorschriften der Hafenzone halten wolle. Die Initianten der Hafenzone waren davon ausgegangen, dass die Gemeinde die weitere Hafenentwicklung an die Hand nimmt. Dafür hätte sie bezahlte Stadtentwickler. Man hat aber bis heute nicht erfahren, was sich denn ausser einem Rendite-Hotel dort «entwickeln» könnte. Jetzt will die Stadt das Heft des Handelns ganz einem Privaten überlassen. Das geplante Hotel würde alle Bauvorschriften der Hafenzone sprengen und als Kongresshotel und Zwischenstation für Reisegruppen wenig zur Entwicklung des Ferien-Tourismus beitragen. Man müsste doch erst einmal Gründe schaffen, warum jemand in Romanshorn ferienhalber eine Woche verbringen möchte. Für den sanften Tourismus müsste man nur die vorhandene Bettenkapazität ausstatten. Neben dem 150-Zimmer-Hotel würde in Romanshorn aber kein anderes Hotelbett mehr warm werden. Es gibt «sanftere» Lösungen. Wenn uns die Stadt diese nicht vorstellen will, müssen es am Ende wieder Private tun. Der «Freundschafts-Deal» hat jedenfalls ein «Gschmäckle» und verdient ein Nein.  Heiner Löffler, Romanshorn